Motivation
Der demographische Wandel führt zu einer bedeutenden Veränderung der Altersstruktur in Deutschland. In der Industrie müssen die Mitarbeiter bestimmte physische Mindestanforderungen mitbringen müssen um ihrer Tätigkeit im Produktionssystem ausführen zu können. Mitarbeiter, die z. B. altersbedingt oder temporär eingeschränkt sind und die geforderten Eigenschaften nicht mehr im vollen Umfang leisten können, müssen dann den Einsatzbereich innerhalb des Unternehmens wechseln oder scheiden vorzeitig aus dem Unternehmen aus. Insbesondere diese Mitarbeiter verfügen jedoch aufgrund der oftmals jahrzehntelangen Erfahrung über vielfältige Fähigkeiten und ein fundiertes Wissen. Es besteht die Motivation insbesondere belastende Tätigkeiten für ältere, erfahrene Mitarbeiter so zu gestalten, dass diese bei der Arbeitsdurchführung individuell entsprechend ihrer Fähigkeiten unterstützt werden und somit Teil der Belegschaft bleiben können.
Zielsetzung
Ziel des Forschungsvorhabens INDIVA ist die Entwicklung und der Aufbau eines hochflexiblen, hybriden Montagesystems mit selektivem Automatisierungsgrad und einer fähigkeitsorientierten Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Maschine. Dabei liegt der Fokus des Forschungsvorhabens auf zwei Teilbereichen: Zum einen soll durch eine frühzeitige individualisierbare Simulation des Mensch-Maschine-Systems eine unter bewegungsökonomischen, ergonomischen und sicherheitstechnischen Aspekten optimierte Abstimmung der Mensch-Maschine-Interaktion erfolgen und so das zu entwickelnde Montagesystem zunächst virtuell erprobt werden. Zum anderen sollen zwei prozessindividuelle Demonstratoren aufgebaut und anwendungsnah die Gebrauchstauglichkeit mit künftigen Nutzern evaluiert werden.
Vorgehensweise
Am LPS erfolgen u. a. die Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstellen, der Sicherheitskonzepte sowie der Aufbau des Demonstrators zum assistierten Setzen von Stiftschrauben. Hierbei wir der sensitive Roboter KUKA LBR iiwa befähigt vom Montagemitarbeiter intuitiv durch Handführung eingelernt zu werden, bevor er anschließend den repetitiven Montageprozess durchführt.
Projektpartner
● carat robotic innovation GmbH
● TU Dortmund, Institut für Produktionssysteme
● Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
● Daimler AG
● Herborner Pumpenfabrik J.H. Hoffmann GmbH & Co. KG
Förderhinweis
Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des BMBF-Programms "Technik stellt sich auf den Menschen ein - Innovative Schnittstellen zwischen Mensch und Technik" gefördert und vom Projektträger VDIVDE-IT betreut.